
Übergangshilfe - Man kennt eigentlich nur ihren großen Bruder und dann eigentlich nur im Zusammenhang mit Betriebsschließungen bedeutender Fabriken: Die Auffanggesellschaft. Sie wird gegründet, um eines in die Insolvenz geratenes Unternehmen zu retten. Darüber hinaus werden Auffanggesellschaften (auch: Beschäftigungsgesellschaften) im Rahmen der Sozialpläne insolvenzbedrohter Unternehmen gegründet, um den ausscheidenden Mitarbeitern einen durch Qualifizierung oder Beschäftigung (z. B. im Rahmen von Arbeitnehmerüberlassung) übergangslosen Austritt aus dem Unternehmen und (Wieder-)Eintritt in ein anderes Unternehmen im ersten Arbeitsmarkt zu gewährleisten. Mit dem Übertritt in die Auffanggesellschaft können dabei für den betroffenen Mitarbeiter Einschnitte ins Lohn- und Gehaltsgefüge verbunden sein, da die Tarifbindung nicht mehr gilt. Der kleine Bruder ist die sogenannte Transfergesellschaft, die im Mittelpunkt des vorliegenden Buches steht. Die Autoren stellen kurz und knapp Möglichkeiten vor, wie Trennungsprozesse für Arbeitgeber und Arbeitnehmer speziell im Sozial- und Gesundheitswesen fairer und für beide Seiten gewinnbringend gestaltet werden können. Die Instrumente des Personaltransfers können, was vielen nicht bewußt sein dürfte, durch den Staat gefördert werden und gelten auch für kleinere Einrichtungen mit wenigen Mitarbeitern. Die Autoren gehen davon aus, dass im Gesundheits- und Pflegebereich auch in den nächsten Jahren mit erheblichen Umstrukturierungen zu rechnen ist: Schließungen ganzer Einrichtungen, Verlagerung einzelner Aufgabenbereiche an externe Dienstleister oder die Zusammenlegung bzw. Zusammenarbeit verschiedener stationärer Institutionen wie z. B. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Ein Ergebnis wird meist darin bestehen, dass Personal entlassen werden wird. Die Autoren lassen keinen Zweifel daran, dass die Unternehmen in einer besonderen Verantwortung für ihre Arbeitnehmer stehen und, auch in ihrem eigenen Interesse, viel dafür tun sollten, dass unvermeidliche Entlassungen so fair wir möglich geschehen sollten. Und dies bedeutet: Die betroffenen Arbeitnehmer bekommen mit den Instrumenten der Transfergesellschaften, die ihnen bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz durch Training und Weiterbildung bei laufenden Bezügen hilft, Möglichkeiten geboten sich eine neue Tätigkeit zu suchen bevor die Arbeitslosigkeit eintritt. Das ist zwar nur die zweitbeste Lösung - aber eine, die staatlich gefördert, allen Beteiligten weiterhelfen kann.